Bau
des Pilsumer Leuchtturms in 1:22,5
Von Boris Ackerman, Ralf Hörnig und Norbert Füssler
Das
Original...
Beim Bau unseres Schwimmkrans und Frage nach adäquater Ladung für die bereits existierende Hafenanlage kam uns der Gedanke zum Bau eines Leuchtturms im passenden Maßstab.
Die Suche nach einem geeigneten Vorbild war nach kurzer Recherche im Internet erfolgreich beendet und durch Absprache mit unserem Auftraggeber zum Einbau. Ergebnis: Der Leuchtturm PILSUM im M1:22,5 passt aufs Grundstück und zur Hafenanlage..
Die Materialien waren schnell festgelegt: HT-Rohr für den Schaft und FOREX für die restlichen Teile. Einiges war vorhanden, sodaß der Rohbau schnell begonnen werden konnte.
Der Leuchtturmschaft wurde aus einem sog. HT-Rohr (Abflussrohr) mit 200mm Außendurchmesser aus dem Baumarkt gefertigt. Das Rohr wurde passend abgelängt und komplett mit 400er Schleifpapier innen und außen aufgerauht. Die Fenstermaße haben wir auf das Rohr nach verschiedenen Fotos des Originals und von einem Originalplan aus dem Internet auf das Rohr übertragen und mit der Stichsäge ausgesägt. Nach dem Einsetzen der Fensterrahmen aus 1mm Polystyrol (PS) begannen wir mit dem Bau des Daches.
Auf einer 5mm starken FOREX-Platte haben wir Spanten entsprechend der Dachschräge aufgestellt und die Zwischenräume mit 2mm PS verschlossen. Die Stöße decken 0,5mm starke PS Streifen ab. Eine Holzperle die mit einem Buchendübel und einem Nagel komplettiert wurde, soll den Blitzableiter darstellen. Die Lüfter wurden aus 5mm Messingrohr nachgebildet, die mit einem Tropfen 5min-Epoxi verschlossen wurden, damit kein Regen ins Turminnere gelangen kann. Mit den Bohrungen im Boden des Daches und den acht funktionsfähigen Lüfter-Röhrchen ist eine gute Wärmeabfuhr der 12VDC/300mA-Glühlampe gewährleistet.
Zwei weitere Leuchtturmmodelle sind mit der Original-Kennung (im Modell mittels LEDs) ausgerüstet und bedürfen daher keiner weiteren Kühlung.
Die Oberkante des Schaftes erhielt einen Rand aus 5mm FOREX, der mit Versteifungsdreiecken versehen wurde. Nach Einpassen des Daches und Montage des Schaftrohres auf der Sockelplatte mit Rahmen aus 10mm FOREX war der Rohbau nach kleineren Spachtel- und Schleifarbeiten abgeschlossen. Alle nahezu spaltfreien Verklebungen wurden mit ISARPLAST bzw. dem gleichartigen SM-Kleber L530 ausgeführt. Die Dachkugel und alle Verklebungen , die einen Spalt aufwiesen, sind mit UHU plus acrylit verklebt worden. Dieser Zwei-Komponenten-Klebstoff löst Kunststoff sehr gut an und läßt sich nach dem Aushärten ohne zu Schmieren schleifen.
Bevor es in die Lackierkabine ging erfolgte der Einbau des Bodens des oberen Stockwerks. Ein PVC-Isolationsrohr bildet den Lampensockel. Eine Lampenfassung inkl. einer herkömmlichen Glühlampe mit E10-Sockel von Conrad-Electronic beleuchtet das heimatliche Gewässer. Durch eine gewöhnliche Lüsterklemme an der Unterseite des Geschossbodens ist die elektrische Verbindung zum Energielieferanten sichergestellt.
Die Lackierung wurde per Schaumstoffrolle mit Kunstharzlacken aus dem Baumarkt aufgetragen. Die Fensterrahmen sind mit Haarpinsel und mattschwarzer Revell-Farbe abgesetzt. Eine Mischung verschiedener Farbtöne aus dem Revell-Programm überzieht die Dachfläche und sorgt für ein nahezu realistisches Erscheinungsbild korrodiertem Kupfers.
Kugel und Blitzableiter sind mit roter Farbe, ebenfalls aus den 14ml-Döschen, gepinselt.
Nach dem Lackieren vervollständigt der Einsatz der Fenster aus MAKROLON das Modell.
Es wurde schnell ein Einweihungs-Termin mit dem
Auftraggeber vereinbart, der sich für den zukünftigen Einsatz seines
Leuchtturms am Gartenteich mehr als erkenntlich gezeigt hat.
Nach Anschluß des Leuchtturmes an den örtlichen 12VAC-Energielieferanten und Sicherung des Modells mittels geeigneter Dübel im Untergrund, mussten wir die Dämmerung abwarten, damit der Turm und sein Richtfeuer voll zur Geltung kommen konnten. Der Turm leuchtet (zufällig) im selben Licht wie die den Teich umgebenden Lampen
Einige obligatorische „Danke-Bierchen“ flossen nach einem reichhaltigen Grillfest die Kehle der Erbauer hinunter.
Es gibt zwei baugleiche Modelle des Turms, die als Hingucker im Garten bzw. als wegweisendes Bauwerk auf Schaufahren nahe der Modell-Hafenanlage aufgestellt sind. In beiden Exemplaren ist die Original-Kennung durch superhelle LEDs realisiert: Ein weißes Dauerlicht weist die Richtung, der grüne Blitz mahnt zur Kurskorrektur nach Backbord. Sieht man den roten Doppelblitz, so sollte man schnell nach Steuerbord korrigieren.
Die Original-Schiffahrt richtet sich nicht mehr nach beschrieben Feuer, da der Turm aufgrund geänderter Fahrwasser nach 1916 außer Betrieb gegangen ist. Jedoch hat er aufgrund eines Kinofilms einen hohen Wiedererkennungswert.
Schön, wenn die Kinder sagen: „Da wohnt doch „OTTO“...
Fragen und Anregungen bitte über die Redaktion.